
TUTTAHS & MEYER steht für zukunftsweisende Lösungen in den Bereichen Wasser, Abwasser, Infrastruktur und Energie. Doch hinter jedem erfolgreichen Projekt stehen die Menschen, die es mit Leidenschaft und Fachwissen umsetzen. Heute möchten wir eine unserer engagierten Kolleginnen vorstellen, die auf der Baustelle und im Büro täglich ihren Weg geht und zeigt, warum Frauen im Ingenieurwesen absolut unverzichtbar sind. Ein inspirierendes Gespräch über Karrierewege, komplexe Herausforderungen und den Mut, dem eigenen Traum zu folgen.
Was war dein Weg in den Ingenieurberuf? Gab es ein Schlüsselerlebnis oder eine Person, die dich inspiriert hat, genau diesen Weg einzuschlagen?
Ja, mein Vater hatte dabei einen großen Einfluss. Er arbeitete als Polier auf Baustellen und ich habe ihn dort häufig besucht. Während meiner Schulzeit absolvierte ich mehrere Ferienjobs im Büro der Firma, in der auch mein Vater arbeitete, wodurch ich mich schließlich für eine Ausbildung zur Bauzeichnerin entschied.
Nach meinem Abschluss arbeitete ich zunächst ein Jahr als Bauzeichnerin, bevor ich mich für eine Weiterbildung zur Technikerin entschied, um praktische Erfahrungen auf der Baustelle mit Tätigkeiten im Büro zu verbinden.
Was genau machst du in deiner Position bei TUTTAHS & MEYER? Beschreibe einen typischen Arbeitstag oder ein aktuelles Projekt, das dich besonders begeistert.
In meiner aktuellen Position übernehme ich sowohl Ingenieur- als auch weiterhin klassische Konstruktionstätigkeiten – eine ausgewogene Mischung aus beidem. Dazu gehören wöchentliche Baustellenbesuche in meiner Funktion als Bauleiterin bzw. Bauüberwacherin sowie die organisatorischen und kaufmännischen Aufgaben im Hintergrund, wie Abrechnung und die Koordination der einzelnen Gewerke. Im konstruktiven Bereich prüfe ich Werkpläne und passe Ausführungszeichnungen an, insbesondere wenn bislang unbekannte Kollisionspunkte auftreten.
Derzeit arbeite ich an der Erweiterung des Klärwerks Düsseldorf-Nord. Dabei handelt es sich um Bauen im Bestand, was regelmäßig mit unerwarteten Herausforderungen und einem hohen Abstimmungsbedarf mit dem laufenden Betrieb verbunden ist. Diese besondere Komplexität empfinde ich jedoch als sehr spannend und bereichernd.
Was schätzt du besonders an der Arbeit in den Bereichen Wasser, Abwasser, Infrastruktur oder Energie? Welchen gesellschaftlichen Mehrwert siehst du in deiner Tätigkeit?
Der Bau von Kläranlagen ist nie gleich: Jedes Projekt und jede Fahrweise der Anlage ist individuell. Eine universelle Lösung gibt es nicht – vielmehr führen viele Wege zum Ziel und es gilt, die jeweils beste Option abzuwägen und zu wählen.
Ohne Kläranlagen würden wir im wahrsten Sinne des Wortes im Abwasser stehen. Deshalb ist dieser Bereich von zentraler Bedeutung und erfordert kontinuierlich Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen.
Warum hast du dich für einen technischen Beruf entschieden, obwohl Frauen in unserer Branche noch immer in der Minderheit sind?
Die Vorstellung, neben der Theorie auch die praktische Umsetzung von Planungen kennenzulernen, fand ich besonders reizvoll. Deshalb habe ich mich bewusst für den Ausführungsbereich auf der Baustelle entschieden. Dabei spielte es für mich keine Rolle, ob es sich um einen eher „männlich geprägten“ Beruf handelt – entscheidend ist, dass man das macht, was einem Freude bereitet.
Den geringen Frauenanteil habe ich auch während meiner Weiterbildung wahrgenommen: Etwa 90 % Männer und 10 % Frauen. Davon habe ich mich jedoch nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil – es ist auch ein gutes Gefühl, sich als Frau in diesem Bereich zu behaupten.
Was würdest du jungen Frauen raten, die überlegen, in den Ingenieurbereich zu gehen? Welche Eigenschaften oder Fähigkeiten sind aus deiner Sicht besonders wichtig?
Um sich im Ingenieurbereich generell zurechtzufinden, ist vor allem die Freude an der Tätigkeit entscheidend – man sollte das, was der Beruf mit sich bringt, wirklich gerne machen.
Im Ausführungsbereich auf der Baustelle sind zudem Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Organisation unerlässlich. Ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten ist dabei besonders wichtig, um in der Zusammenarbeit mit ausführenden Firmen klar und souverän agieren zu können.
Hat sich die Arbeitssituation für Frauen in unserer Branche in den letzten Jahren verbessert? Wo siehst du positive Entwicklungen und wo gibt es noch Handlungsbedarf?
Generell kann ich sagen, dass sich die Situation in den letzten Jahren verbessert hat. Frauen werden zunehmend akzeptiert. Zwar trifft man gelegentlich noch auf traditionelle Sichtweisen, doch mit souveränen Reaktionen kann man schnell durch fachliche Kompetenz überzeugen. Gerade in älteren Generationen ist der Baubereich noch stark männlich geprägt, sodass Frauen sich dort oft zunächst beweisen müssen.
Auch ich habe die Erfahrung gemacht, anfänglich auf etwas Skepsis zu stoßen. Indem ich jedoch konsequent professionell geblieben bin und meine Arbeit zuverlässig ausgeführt habe, hat sich die Situation gewandelt – und letztlich entstand ein gutes und respektvolles Miteinander.
Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben? Welche Botschaft ist dir besonders wichtig?
Mach das, was dir Freude bereitet, und lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht kannst oder es nicht zu dir passt. Mit Engagement und Selbstvertrauen kann man viel erreichen – und auch als Frau in der Baubranche zeigen, was in einem steckt.