Smarter Arealnetzbetrieb von Kläranlagen

Zitat aus der Homepage der Bezirksregierung Arnsberg:

Wie können Kläranlagen möglichst energieeffizient und autark betrieben werden? Ein Modellprojekt von vier Konsortialpartnern will Lösungen entwickeln – gefördert mit insgesamt 413.035 Euro EU- und Landesmitteln, jetzt bewilligt von der Bezirksregierung Arnsberg.

An dem Projekt sind die Emschergenossenschaft, das Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FIW) an der RWTH Aachen, die Universität Duisburg-Essen und die Tuttahs & Meyer Ingenieurgesellschaft mbH beteiligt. Sie wollen am Beispiel der Kläranlage Bottrop aufzeigen, wie der intelligente, energieeffiziente Betrieb eines Kläranlagenarealnetzes in der Praxis funktionieren könnte – samt regenerativer Energieerzeugung und wasserstoffbasierter Speicherung.

„Die rund 10.000 kommunalen Kläranlagen in Deutschland sind elektrische Großverbraucher. Daraus ergeben sich Potenziale hinsichtlich ihrer Einbindung ins Netz sowie mit Blick auf die lokale Erzeugung und Speicherung von Energie. Wir freuen uns, dass mithilfe von Landes- und EU-Mitteln aus dem Programm progres.nrw praktikable Steuerungs- und Versorgungskonzepte entwickelt werden“, sagte Regierungsvizepräsident Volker Milk am Mittwoch (18.12.) bei der Übergabe der Bescheide an Dr. Jochen Stemplewski, Dr. Torsten Frehmann (Emschergenossenschaft), Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Bolle (FIW der RWTH Aachen) und Prof. Dr. Markus Schröder (Tuttahs & Meyer GmbH).

Die Experten erläuterten bei dem Termin in Dortmund Details des gemeinsamen Vorhabens.

Und das ist im Zuge des zweistufigen Projekts geplant: Zunächst werden alle Systemkomponenten am Beispiel der Kläranlage Bottrop mathematisch modelliert. Das Zusammenspiel der Komponenten wird unter verschiedenen Lastfallbedingungen untersucht. Daraus können Steuerungsstrategien abgeleitet werden – hinsichtlich der Einbindung der Anlage ins Netz, einer regenerativen Eigenerzeugung sowie Energiespeicherung vor Ort. Ziele sind, das vorgeschaltete Netz zu entlasten, den Energieverbrauch zu senken und die Energie bedarfsgerecht zu erzeugen und zu speichern. Die Ergebnisse aus Bottrop sollen als Basis für eine zweite Projektphase dienen: Die Anlage soll in den Pilotbetrieb gehen, um die Hypothesen zu bestätigen. Zudem könnten die Ergebnisse ggf. auch mit Blick auf andere Kläranlagen der Emschergenossenschaft und des Lippeverbands genutzt werden.