Energiegrobanalyse für das Klärwerk Möhringen

Das Klärwerk Möhringen besitzt eine Ausbaugröße von
EW = 160.000 E und ist als anaerob stabilisierende Anlage ausgeführt. Die einstraßige Belebung wird als vorgeschaltete Denitrifikation betrieben. Die Grobanalyse - bereits kombiniert mit einem Energiecheck nach DWA-A 216 - zeigt sehr gute Ergebnisse für den Grad der Faulgasnutzung und den Eigenversorgungsgrad Wärme. Die aus der Grobanalyse abgeleiteten Maßnahmen konzentrieren sich auf die Reduzierung des Elektrizitätsverbrauches und Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeigenproduktion.

Als wesentliche Maßnahme wird zukünftig ein Energieerfassungs-management auf dem Klärwerk Möhringen implementiert. Mit dem System wird eine differenzierte Erfassung des Verbrauchs elektrischer Energie von verfahrenstechnisch getrennten Anlagenbereichen beziehungsweise wesentlichen Einzelverbrauchern ermöglicht.

Maßnahmen zur Senkung des Elektrizitätsverbrauches werden im Wesentlichen im Bereich der biologischen Stufe u. a. durch die optimierte Einbindung der Turboverdichter sowie eine angepasste Steuer- und Regelungsstrategie der Belüftung gesehen. Ebenso sind Einsparungen für das Rücklaufschlammpumpwerk durch eine Senkung des Rückführungsverhältnisses und eine füllstand-bezogene Fahrweise möglich. Eine vertiefende Betrachtung wird im Rahmen einer verfahrenstechnisch-energetischen Feinanalyse erfolgen.

Zur weitergehenden Optimierung der Faulgasproduktion und
-nutzung wird zudem eine Feinanalyse zum Faulbehälterbetrieb umgesetzt. Wesentlich sind Betrachtungen der verfahrenstechnischen Randbedingungen und Einflüsse auf die Faulgasproduktion und -qualität.

Mit der Energiegrobanalyse konnten somit zu den bereits realisierten und in Planung befindlichen Maßnahmen der SES weitere Potenziale für einen energieoptimierten Betrieb aufgezeigt werden.